FILMVORFÜHRUNG
„Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“ von Claude Lanzmann
Schambrowski (Magdeburger Allee 90, Erfurt) I 27.01.2026 I 20:00
Am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust,
zeigt die AG gegen Antisemitismus den Film „Sobibor, 14. Oktober 1943, 16
Uhr“ von Claude Lanzmann. Die Vorführung ist eingebettet in eine kurze Einführung, die
sowohl Lanzmanns filmisches Gesamtwerk als auch die historische Bedeutung des Lagers
Sobibor kontextualisiert.
Claude Lanzmann (1925–2018), der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre,
prägte mit seinem Werk die filmische Auseinandersetzung mit der Shoah nachhaltig. Neben
dem Film „Shoah“ (1985) stehen „Warum Israel“ (1973) und „Tsahal“ (1994) zentral in
seinem Schaffen; sie stellen einen historischen und existentiellen
Zusammenhang zwischen der Vernichtung der europäischen JüdinnenJuden, der Existenz Israels und Fragen jüdischer Selbstbehauptung her. Lanzmann verzichtet konsequent auf Archivbilder und setzt stattdessen auf Zeugnisse von Überlebenden, Täterinnen und
Zeug*innen sowie auf die Gegenwart der Orte selbst.
Der Film „Sobibor“ richtet den Blick auf das gleichnamige Vernichtungslager, einen
zentralen Ort der nationalsozialistischen Mordpolitik. Die Einführung soll helfen, den Film
historisch einzuordnen und zugleich die Bedeutung von Lanzmanns Ansatz für das Erinnern
und Gedenken an die Opfer des Holocaust sichtbar zu machen.

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LESUNG
In Trauer um die Opfer und in Solidarität mit den Überlebenden des antisemitischen Pogroms am 07. Oktober 2023
[L50] (Lasallestraße 50) I 07.10.2025 I 19:30

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BUCHVORSTELLUNG UND DISKUSSION
Antisemitismus und die AfD – Buchvorstellung und Diskussion mit Stefan Dietl
18.06.2025, 18:30 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)
In Kooperation von Dissens, AGgA Erfurt, RLS Thüringen und Veto Erfurt dokumentieren wir den Ankündigungstext von Dissens Erfurt:
„Sei es in Verschwörungserzählungen, Relativierungen des Nationalsozialismus oder der völkischen Vorstellung einer deutschen Volksgemeinschaft, die AfD durchzieht der Antisemitismus. Trotzdem ist die Problematisierung des Antisemitismus der AfD durch ihre Gegner:innen unterrepräsentiert. Deshalb wollen wir und die AG gegen Antisemitismus Erfurt mit dem Gewerkschafter und Publizisten Stefan Dietl am 18. Juni, 18:30 Uhr im Veto in Erfurt über sein Buch “Antisemitismus und die AfD” diskutieren.
Ankündigungstext
Antisemitismus ist in der AfD allgegenwärtig. Immer wieder attackiert die Partei unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreterinnen jüdischen Lebens, teilen führende AfD-Funktionärinnen antisemitische Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus. Trotz zahlreicher einschlägiger Skandale wird dem Antisemitismus in der Analyse der AfD jedoch kaum Beachtung geschenkt.
In seinem Buch beschreibt Stefan Dietl den Antisemitismus als wesentliches Ideologieelement und Welterklärungsmodell der AfD. Dabei nimmt er die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses in der Partei ebenso unter die Lupe wie die Versuche der AfD, sich als Bollwerk gegen Antisemitismus und Fürsprecherin Israels zu inszenieren.“

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VORTRAG UND DISKUSSION
Displaced Persons – Situation der Überlebenden der Konzentrationslager nach der Befreiung
13.05.2025, 19 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)
Am 8. Mai 2025 jährt sich die Befreiung Europas von Nazideutschland durch die alliierten Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition zum 80. Mal. Schon vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht befreiten die Soldat:innen der Anti-Hitler-Koalition die letzten Überlebenden der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager. Der Vortrag thematisiert die Zeit nach der Befreiung jener Lager aus der Perspektive der Überlebenden.
Jene letzten Überlebenden des NS-Terrors waren zwar nun befreit, aber ebenso gewissermaßen heimatlos. Nicht selten konnten sie die Orte der deutschen Verbrechen nicht verlassen. Der Vortrag möchte einen Teil der Geschichte beleuchten, der oft in Vergessenheit gerät und auch in der Geschichtsschreibung lange Zeit unberücksichtigt blieb. Die Befreiung der Überlebenden der Konzentrationslager markiert nämlich keinen nahtlosen Übergang zurück in einen geregelten Alltag, sondern den Beginn eines langen Weges zurück zur Selbstermächtigung. Im Zuge dessen soll es um die Situation von sogenannten Displaced Persons (DP) in der Zeit nach 1945 gehen. Als DP werden alle Menschen bezeichnet, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kriegsbedingt außerhalb ihrer Heimatstaaten aufhielten. Allerdings soll es im Vortrag ausschließlich um die jüdischen Überlebenden gehen. Thematisiert wird dabei deren teilweise jahrelanger Verbleib in DP-Camps und ihr beschwerlicher Weg in das britische Mandatsgebiet Palästina bzw. in den später gegründeten Staat Israel.
